• REȘIȚA
    Deutsch: Reschitza / Reschitz
    Das einst so stolze Industriezentrum zweier Länder

    Reșița

    Bedeutendstes Industriezentrum Österreichs und Rumäniens



    Der Name Reșița (sprich: „Reschitza “) bedeutet „am Bach“. Und an dem siedeln Menschen schon seit der Jungsteinzeit. Richtig los geht es mit der Entwicklung aber Ende des 18. Jahrhunderts: Österreichs Kaiserin Maria Theresia organisiert die sogenannten Schwabenzüge von Ulm und Wien ins nun zu Habsburg gehörende Banat. Das ist nämlich nach den Türkenkriegen ziemlich verwüstet und entvölkert. Die »Banater Schwaben« bauen das Dorf zur Stadt und zum bedeutendsten Montan-Zentrum Österreich-Ungarns aus. Reșița erlangt für das k&k-Reich die gleiche Bedeutung wie das Ruhrgebiet für Preußen. Und ist diesem sogar voraus: Noch vor Krupp in Essen bläst man 1771 in Reșița die ersten modernen Hochöfen „Franziskus“ und „Josephus“ an und gründet 1768 das „Eisenwerk Reschitz”.

    Als Reșița wie das ganze Banat nach Ende des Ersten Weltkriegs an Rumänien fällt, wird es zu dessen Industriezentrum – und weiter ausgebaut. Dabei bleiben die Deutschen bis 1930 in der Mehrheit und stellen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs immer noch ein Drittel der Bevölkerung. Danach wird ein Großteil der deutschen Familien in die Sowjetunion und entlegene rumänische Gebiete deportiert, der Rest wandert fast vollständig aus: 2021 sind nurmehr gut 1 % der knapp 60.000 Reschitzer deutsch.

    Die Stadt wächst bis Anfang der 1990er Jahr auf fast 100.000 Bewohner an, verliert aber nach der Revolution von 1989 und der nachfolgenden Wende ihre industrielle Bedeutung. Heute hat die Stadt kaum noch 60.000 Einwohner und vom einst so stolzen Zentrum der Stahlproduktion und des Eisenbahnbaus ist gerade mal ein Röhrenwerk geblieben.



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