Kritik einer Teilnehmerin

Man fährt den ganzen Tag Motorrad

Ich war vom 19. August bis zum 1. September eine Mitfahrerin von Ralph, der ja den vorletzten Eintrag verfasst hat. Seine Reisebeschreibung und die Ausführungen kann ich nur bestätigen, er hat das sehr gut wiedergegeben.

Man fährt den ganzen Tag Motorrad,

Das stimmt allerdings. Es ist eine Motorradreise.




Man fährt den ganzen Tag Motorrad

Ich war vom 19. August bis zum 1. September eine Mitfahrerin von Ralph, der ja den vorletzten Eintrag verfasst hat. Seine Reisebeschreibung und die Ausführungen kann ich nur bestätigen, er hat das sehr gut wiedergegeben.

Man fährt den ganzen Tag Motorrad,

Das stimmt allerdings. Es ist eine Motorradreise.

Gefühlt bis 14 Uhr circa 70 km mit zahlreichen Tankstellenstopps. Die restlichen 250 km werden dann am Nachmittag sehr schnell in kürzester Zeit, ohne Rücksicht auf die nicht immer optimalen Straßenverhältnisse abgerissen.

Das stimmt nicht.

Schmort oft bei über 30 Grad in der prallen Sonne, wir waren gargekocht.

Andere Gruppen loben ausdrücklich unser „Schattenmanagement“. (Bei Besichtigungen, Führungen, geplanten Stopps, sogar beim Vignettenkauf...). Aber ja, in einem südosteuropäischen Land kann es vorkommen, dass man bei einem ungeplanten Stopp auch mal in der Sonne steht.

Die ganze Gruppe ist Abfahrbereit nur der Tourguide sitzt auf seinem Motorrad und tippt auf seinem Handy, oder Navi, jedenfalls weiß keiner was und nach 10 Minuten oder länger ging es dann los.

Ja, Ariane, wenn der Guide noch auf Leute wartet, die zahlen, auf Toilette sind oder sich noch umziehen müssen (oft genug warst Du diejenige, auf die alle warten mussten), nutzt er die Zeit, um beispielweise dem Hotel noch einen (zum Beispiel Deiner) Sonderwünsche durchzugeben.

Im Hotel angekommen gibt es Bier, das klappte meist. Das mit den Zimmerschlüsseln eher nicht, es dauerte bis man aufs Zimmer konnte und das Essen, was für Motorradfahrer nach dem langen Tag genauso wichtig ist, wie eine Dusche ließ extrem auf sich warten. Ein Beispiel und das schlimmste: um 20 Uhr angekommen, um 21 Uhr war die Gruppe zum Essen verabredet, es wurde um 23:20 serviert. Da bin ich schon ins Bett gegangen ohne Essen und andere aus der Gruppe auch. Allerdings bekamen die anderen Hotelgäste schon früher ihr Essen, was bei uns die Vermutung aufkommen ließ, dass wir von der Motorradgruppe anders behandelt wurden, wie Ralph angedeutet hat.

Unser Tour-Tagebuch weist zwei Tage der zweiwöchigen Tour aus, an denen die Gruppe sehr lange auf das Essen warten musste. Einmal lag es daran, dass eine Köchin einen Kreislaufkollaps hatte. Das hast Du nicht geglaubt und uns hochnotpeinlich dazu gezwungen, selbst zu überprüfen, ob es wahr ist. Darauf, dass landestypischer Service in Rumänien bedeutet, dass man als Gruppe auch mal mehr als eine Stunde aufs Essen warten muss, weisen wir vorab sogar schriftlich hin.

Ansonsten ist richtig: Ja, Du hast auf den Zimmerschlüssel normalerweise etwas gewartet, weil die Gruppe meist bei Ankunft erst ein Stiefelbier trinken wollte. Wir haben also zunächst Bier besorgt, und dann die Zimmerschlüssel verteilt. Und ja, die Essenzeit hat sich manchmal in den Abend hinein verschoben, weil gerade Du sehr lange Zeit brauchtest, um Dich zu duschen, frisieren und ‚abendfein' zu machen.

Der Tourguide fährt die letzte Etappe zurück nach Wien bequem im Bus vor der Gruppe her und schreibt dann auf WhatsApp, aber erst im Nachhinein, dass er angeblich krank war. Nun interessant wäre, wenn sich andere Teilnehmer aus vorigen Touren dazu äußern würden. Wie mir zu Ohren gekommen ist, war das bei der Tour vor uns genauso. Schon darauf hat kein Motorradfahrer Lust, wer von uns fährt schon hinter einem Bus her?

Tatsächlich: Der Tour-Guide ist trotz einer erheblichen Verletzung alle Rumänien-Etappen tapfer gefahren und hat dann auf der Rückreise durch Ungarn ins Begleitfahrzeug gewechselt, mit dem dann über die Autobahn geführt wurde. Wenn Du bei den Briefings anwesend gewesen wärst, hättest Du das auch gewusst. Und wenn Du beim Führungsfahrzeug geblieben wärst, wärst Du auch in den Genuss der Stauumfahrungen gekommen, wärst nicht erst mit Stunden Verspätung im Hotel angekommen uns hättest Dir auch die Regenfahrt weitgehend erspart.

Die Tourführung zeichnete sich durch durch verwirrendes Blinken beim Abbiegen aus, wir bogen nach rechts ab, geblinkt wurde links und das mehrfach. Überholmanöver wo nur ein Gruppenmitglied mitfahren konnte...nun ja steht alles schon bei Ralph.

Tatsächlich hat der Tourguide, der dazu aus sportlichen Gründen eine Strichliste führt, zweimal auf den 4.000 km erst falsch geblinkt und sich dann korrigiert. Und er hat, nach dem Wechsel auf ein Motorrad ohne Blinkerrückstellungsautomatik ganze 12 Mal den Blinker erst verspätet ausgeschaltet. Du hast uns ja erzählt, dass Du mal ADAC-Trainerin werden wolltest und daher gut (und sogar besser als der mitreisende Fahrlehrer) beurteilen kannst, wie ganz arg schlimm so etwas ist.

Ein Tourguide, der Tankwarte so einschüchtert, dass sie ihre Tankstelle verschließen und uns bei strömendem Regen nicht reinlassen.

Oh je, das ist ja nun ganz verdreht. Vielleicht hättest Du die anderen, die dabei waren, einfach mal fragen sollen. Der Tankwart wollte die Teilnehmer im strömenden Regen nicht in den Verkaufsraum lassen. Eddy hat ihn dann (mit dem rumänischen Satz „Rumänien ist ein gastfreundliches Land“) überzeugt, die Gruppe doch rein zu lassen.

Man darf gespannt sein was auf meinen Beitrag folgt: Wahrscheinlich nach dem Motto Angriff ist die beste Verteidigung: ich konnte mich in die Gruppe nicht einfügen, ich kam immer zu spät und das sind alles nur meine persönlichen Sichtweisen - Das stimmt aber nicht im Mindesten.

Ja, Du hast Dich mit dem Einfügen in die Gruppe (Pünktlichkeit, Sonderwünsche, Toleranz etc.) tatsächlich etwas schwer getan.

Viele Menschen wollen ihre Ruhe und haken so ein Erlebnis als eben nicht so gut ab. Doch ich wäre dankbar für einen solchen Eintrag gewesen, dann hätten wir diese Reise nicht gebucht. Eddy kommt ja aus der Werbebranche, da weiß man die man Kritik ins Gegenteil verkehrt. Durch Kritik wird man ja interessant in unserer Zeit. Also wer seinen Urlaub genießen möchte ist hier falsch, auch ein schöner Motorradurlaub war das nicht. Eher ein unberechenbares Abenteuer, aber auch dafür gibt's ja Fans. Die Reiseteilnehmer sind nur die zahlenden Statisten, der Schauspieler Eddy. Wir haben schon sehr viele geführte Touren gemacht, die uns alle in netter Erinnerung geblieben sind, mit einigen sind wir schon zwei/dreimal gefahren, Tourguides mit denen wir über Jahre Kontakt halten sind uns dabei begegnet - das für Christiane, die nach dieser Erfahrung nie wieder eine Tour machen möchte. Tu das nicht, das ist nicht die Regel. An die Gruppe, ihr wart klasse, jeder einzelne von euch, wir haben diese schwierige Situation gut gemeistert, ich hoffe wir bleiben immer Freunde und in Kontakt.

Ariane

Liebe Ariane, ein Wort zum Schluss:

Du suggerierst, dass Du für die ganze Gruppe sprichst. Das hast Du während der Tour schon einmal gemacht, als Du - noch dazu aufgrund eines Missverständnisses - das Handeln des Guides als „totale Scheiße" bezeichnet hast.

Darauf hingewiesen, dass Fäkalsprache unangemessen sei, sagtest Du: „Das ist normales Deutsch und das sieht die ganze Gruppe so." Dass Dich der ein oder andere darauf hingewiesen hat, dass „Scheiße" eher beleidigend ist, hast Du nicht wahrgenommen. Ebenso nicht, dass es wegen Deiner Unpünktlichkeiten zahlreiche Beschwerden gab. Dafür hattest Du aber jede Menge Beschwerden über die "Opa-Fraktion", die Deiner Meinung nach nicht fahren konnte, Dir dann aber bei der ersten größeren Baustelle den Schneid abgekauft hat. Oder über Sozias, deren Stimme Deiner Ansicht nach bei Abstimmungen nicht zählen sollten.

Wir empfehlen Dir: Sprich für Dich selbst. Wir setzten uns mit Deiner Sichtweise auseinander. Sie ist eine/deine Sichtweise.

Andere habe es anders gesehen. Und sich am Ende der von Dir so runtergeputzen Tour ausdrücklich persönlich bei uns bedankt und (auch in Reaktion auf Ralph und Dich) gesagt: „Das war doch eine schöne Tour."

Nichtsdestotrotz: Wo immer und mit wem auch immer Du noch fahren magst:

Allezeit gute Fahrt und DRUM BUN!

Paula & Eddy