Militärische Revision einer Tour 2018

Romo-Tour: Anspruch, Versprechen… und die Realität

Vom 19. August bis 1. September haben wir als Paar mit insgesamt 12 weiteren Mitreisenden (5 Paare, 2 Einzelreisende) auf insgesamt 11 Motorrädern (5 BMW GS, 1 BMW RT, 3 Harley-Tourer, 2 Yamaha XT,) eine ansprechend beworbene, nach der Tourbeschreibung vielversprechende Motorradtour durch Rumänien mit Paula & Eddy von RoMoTour unternommen.

In diesem Beitrag möchte ich einmal das Erlebte, unsere Eindrücke und Bewertungen schildern sowie unser persönliches Fazit daraus ziehen. Um die erwartete (und natürlich durchaus zutreffende) Entgegnung von Eddy vorwegzunehmen, dass es sich bei vielen Dingen halt um unterschiedliche, subjektive Wahrnehmungen und Bewertungen handelt, gliedere ich den Beitrag in drei Teile. Zunächst stelle ich Widersprüche zwischen belegbare Aussagen aus der Reisebeschreibung und belegbaren Beobachtungen/Feststellungen während der Tour dar. Wer an einer (unserer) subjektiven Bewertung nicht interessiert ist, kann danach gern mit dem Lesen aufhören und sich seine eigene Meinung bilden. Aus Gründen der Lesbarkeit verzichte ich bei den Aussagen auf eine wissenschaftliche Quellenangabe. Wer mag, kann die Aussagen in den der allgemeinen Reisebeschreibung, den FAQs oder dem Tourbook (nur Mitreisende) finden. In einem zweiten Teil bewerte ich einige Erlebnisse aus persönlicher Sicht, im dritten Teil ziehe ich ein ebenfalls persönliches Fazit. Beschreibungen, die sich mit Erlebtem decken, berücksichtige ich in diesen beiden letzten Abschnitten.




Romo-Tour: Anspruch, Versprechen… und die Realität

Vom 19. August bis 1. September haben wir als Paar mit insgesamt 12 weiteren Mitreisenden (5 Paare, 2 Einzelreisende) auf insgesamt 11 Motorrädern (5 BMW GS, 1 BMW RT, 3 Harley-Tourer, 2 Yamaha XT,) eine ansprechend beworbene, nach der Tourbeschreibung vielversprechende Motorradtour durch Rumänien mit Paula & Eddy von RoMoTour unternommen.

In diesem Beitrag möchte ich einmal das Erlebte, unsere Eindrücke und Bewertungen schildern sowie unser persönliches Fazit daraus ziehen. Um die erwartete (und natürlich durchaus zutreffende) Entgegnung von Eddy vorwegzunehmen, dass es sich bei vielen Dingen halt um unterschiedliche, subjektive Wahrnehmungen und Bewertungen handelt, gliedere ich den Beitrag in drei Teile. Zunächst stelle ich Widersprüche zwischen belegbare Aussagen aus der Reisebeschreibung und belegbaren Beobachtungen/Feststellungen während der Tour dar. Wer an einer (unserer) subjektiven Bewertung nicht interessiert ist, kann danach gern mit dem Lesen aufhören und sich seine eigene Meinung bilden. Aus Gründen der Lesbarkeit verzichte ich bei den Aussagen auf eine wissenschaftliche Quellenangabe. Wer mag, kann die Aussagen in den der allgemeinen Reisebeschreibung, den FAQs oder dem Tourbook (nur Mitreisende) finden. In einem zweiten Teil bewerte ich einige Erlebnisse aus persönlicher Sicht, im dritten Teil ziehe ich ein ebenfalls persönliches Fazit. Beschreibungen, die sich mit Erlebtem decken, berücksichtige ich in diesen beiden letzten Abschnitten.

FESTSTELLUNGEN
ALLGEMEINE FESTSTELLUNGEN
Das Team der Reiseleitung bestand bei dieser (und offenbar auch der vorangegangenen Tour) ausschließlich aus Paula & Eddy, da der Fahrer des Begleitfahrzeuges nach Aussage von Eddy versucht hatte, die beiden zu erpressen und man ihn deshalb entlassen musste. Somit wurde das Begleitfahrzeug von Paula gefahren.
Zum Fahren im Konvoi wird ausgeführt, „(den) Sportskameraden, die es laufen lassen wollen, geben wir eine Kilometerangabe (…) und schicken sie vorweg. Wir fahren dann mit den Genuss-Bikern und Cruisern hinterher und sammeln alle wieder ein.“ Nach dem ersten Fahrtag in Rumänien bildete sich eine Gruppe von vier Genuss-Bikern (1 BMW RT, 3 Harleys), die unter meiner Führung als (selbst ernannte) „SlowMo-Truppe“ den „Dynamikern“ unter Führung des Guides etwa 2/3 der gesamten Tour hinterher fuhr.
Es wird ausgesagt „unsere Route führt über vernünftige Straßen und ist grundsätzlich für alle Arten (von Motorrädern) geeignet“. Nach dem zweiten Fahrtag in Rumänien haben die Harley-Fahrer mehrfach darauf hingewiesen, dass Fahrbahnbeschaffenheit und durch den Guide vorgegebene Geschwindigkeit auf großen Teilen der Strecke nicht der Charakteristik eines US-Tourers entspricht. Im weiteren Verlauf der Tour hat die „SlowMo-Truppe“ z.B. eine Tagesetappe aus diesem Grund vorzeitig abgebrochen und ist eigenständig ins Hotel zurückgefahren. Der Guide ist bei den „Dynamikern“ verblieben. Am letzten Fahrtag in Rumänien wurde die Streckenführung den Bedürfnissen der Harley-Fahrer entsprechend angepasst, was zu einer Verlängerung der Tagesetappe um etwa 70 km führte. Der Ansatz „(Verkehrs)Schilder werden eher als Empfehlungen wahrgenommen“ wird durch nahezu regelmäßige Überschreitungen der Höchstgeschwindigkeit (gern um etwa 50%, häufig auch um 100%) und sehr tolerantem, bis ignorantem Umgang mit Überholverboten durch den Guide, auch ohne Druck durch einen evtl. Verkehrsfluss, umgesetzt.
Eine „(…) Ankunft am frühen Abend, (um) am Etappenziel noch ein paar Stunden Tageslicht zu nutzen“ wurde in den seltensten Fällen realisiert. In der Regel erfolgte die Ankunft so spät, dass bis zum (geplanten) Abendessen meist gerade einmal 30-45 Minuten blieben, um seinen Zimmerschlüsseln und das Gepäck zu empfangen (Ausnahme natürlich die Hotels, an denen 2 Übernachtungen erfolgten) und sich frisch zu machen. An einigen Abenden verzichtete die Gruppe aus diesem Grund sogar auf das „Stiefel-Bier“. (Biker wissen, was das bedeutet…!)

TOURSPEZIFISCHE FESTSTELLUNGEN
Das morgendliche Briefing fand regelmäßig im unmittelbaren Anschluss an das Frühstück um 08:30 Uhr statt und dauerte täglich zwischen 20-30 Minuten. Die vermittelten Informationen waren weitestgehend redundant zu Tourbeschreibung, (ggf.) Vorgespräch und Road-Book. Teilweise waren bereits Informationen enthalten, die dann an den eigentlichen Zwischenstopps noch einmal wiederholt wurden. Informationen wie grobe Wegstrecke, Entfernungen bis zum Tankstopp, Hinweise zu Besonderheiten auf der Strecke wurden oft nur auf Nachfrage genannt. An einem Tag wurde das Briefing um 08:40 Uhr durch die Mitglieder der Gruppe spontan verlassen als durch Eddy angesagt wurde, dass um 08:50 Uhr der Zug abfahren würde (Wegstrecke zum Zug etwa 3 Minuten). Die Ankunft in Resita erfolgte nicht „am früheren Abend“, sondern gegen 19:00 Uhr Ortszeit. Die Zimmer im Hotel waren zu diesem Zeitpunkt nicht bezugsfertig. Die Gruppe hatte also in der Tat Zeit bis zum Beziehen der Zimmer, sich „ausgiebig kennenzulernen“. Nach einer Dusche unter auch beider zweiten Person noch rostroten Wasser (Aussage Eddy: „ein typisches rumänisches Problem…“, das allerdings im Verlauf der Tour nicht noch einmal auftauchte) konnte dann auf der Terrasse ein für die Gruppe zubereiteter Mixed Grill im Schein der Handy-Taschenlampen verzehrt werden. Ein Zimmerservice fand bei dem zweitägigen Aufenthalt in diesem Hotel nicht statt. Darauf, in Baile Herculane„den Tag (gern auch mit einem Thermalwasserbad) gemütlich ausklingen zu lassen“, hat die Gruppe in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeiten und der Größe des verfügbaren Pools der benachbarten Pension von etwa 3x3 m verzichtet.
Der Zielort des 4. Tages war nicht Alba Iulia sondern ein Hotel im Bezirk Alba Iulia (Vintu de Jos) , das gegen 19:00 Uhr erreicht wurde. „Reichlich Gelegenheit die vielen Eindrücke des Tages zu besprechen“ bestand dann für die Gruppe in der etwa 2stündigen Wartezeit auf das Essen. Keine Gelegenheit bestand, dies „gerne auch in der Pool-Bar (zu tun)“, das Hotel hat keinen Pool. Die für den 5. Tag dargestellten drei Routen-Optionen waren de facto nur zwei, da „ungarisch essen“ nur in Verbindung mit „Hart & Lang“ möglich war. Von der weiteren im Road-Book aufgeführten Option „Frisch & Sehenswert“ wurde durch die Reiseleitung mündlich abgeraten. Somit verblieb als einzige Option „Hart & Lang“. Die SlowMo-Truppe kehrte aufgrund der Straßenverhältnisse bereits vor dem eigentlich als Umkehrpunkt empfohlenen Zwischenziel um, während die „Dynamiker“ wie geplant „Lang & Hart“ geführt wurden. Die Fahrt über die Transfagarasan wurde (wie bei allen Touren) an einem Samstag durchgeführt. Der etwa 3km lange Stau aus beiden Richtungen vor dem Gipfel ist gemäß nachträglicher Aussage von Eddy an einem Samstag genauso „normal“ wie die überall entlang (teilweise auf) der Straße geparkten Fahrzeugen von picknickenden rumänischen Familien mit Kindern. Beide Sachverhalte wurden im morgentlichen Briefing nicht angesprochen.
In Sighisoara wurde die Reiseleitung von einer Veranstaltung (Stadtfest) überrascht, die eine Zufahrt zum Stadtkern und ein Parken über herausforderndes Kopfsteinplaster und entsprechend enge Kurven erforderte. Die Ankunft in Soveta erfolgte so, dass für ein Bad im Bärensee noch etwa 45 Minuten zur Verfügung Standen. Beim ab 20.00 Uhr geplanten Abendessen im Hotel wollten die ersten Gruppenmitglieder die Veranstaltung um 21:00 Uhr verlassen, nachdem bis dahin nicht einmal Getränke serviert worden waren. Die Reiseleitung servierte in diesem Moment persönlich. Die Speisen wurden gegen 21:45 serviert.
Während des letzten Fahrtages wollte der Guide den Anwurf einer Mitreisenden in Bezug aus sein Verhalten an einer der Besichtigungsstationen durch ein „Krisen-/Kritikgespräch“ mit der gesamten Gruppe klären. Es wurde vereinbart, dies auf den Abend zu verschieben. Dieser letzte Abend/Übernachtung in Rumänien erfolgte nicht in einem „vorzüglichen“ Hotel in Oradea, sondern in einem Hotel*** 2 km vor der Grenze zu Ungarn. „Genug Zeit, die wunderschönen Passagen (…) anzuschauen“ oder „ein idealer Zeitpunkt für den Souvenierkauf“ wurden ersetzt durch eine Durchquerung der Innenstadt im Freitagabendverkehr, um „am Morgen schneller an der Grenze zu sein.
Eine „wehmütige Abschiedsparty zu feiern“ kam angesichts der Bahnhofshallenatmosphäre im Hotelrestaurant und des mangelhaften Service („es dauert alles so lange, weil eine Köchin ohnmächtig geworden ist“) niemandem in den Sinn. Einzelne Gruppenmitglieder verließen aufgebracht die Tafel, ohne gegessen zu haben. Das am Vormittag nicht geführte Krisengespräch wurde dann sehr emotional, aber ergebnislos geführt.
Das „ausgiebige Abschieds-Frühstück“ am letzten Tag war nach übereinstimmender Aussage aller Gruppenmitglieder das schlechteste während der ganzen Tour! Die Aussage „Erfahrungsgemäß lösen sich Gruppen auf dem Heimweg mehr oder weniger auf“ war zutreffend, insbesondere nachdem der Guide beim Frühstück verkündet hatte, er würde den Heimweg nach Wien aus dem Begleitfahrzeug heraus führen. Sein Motorrad war zu diesem Zeitpunkt bereits verladen.

PERSÖNLICHE BEWERTUNG DER TOUR
Die Tour wurde von Paula & Eddy ganz offensichtlich mit viel Herzblut geplant und vorbereitet. Die Ansichtspunkte waren gut gewählt, thematisch sehr gut vorbereitet und wurden von Eddy ungemein eloquent erläutert. Rumänien wurde der Gruppe so wirklich näher gebracht. Die Koordination (Kompensation des fehlenden Fahrers?) zwischen Paula und Eddy verlief offenbar nicht immer problemlos, Konflikt-/Problemgespräche zwischen den beiden fanden häufiger auch im Beisein der Gruppe statt. Eine weinende Paula wurde danach dann z.B. von einigen weiblichen Gruppenmitgliedern getröstet.
Das Zeitmanagement von Eddy vermittelte den Eindruck, morgens/vormittags würde „getrödelt“, um dann nachmittags die verlorene Zeit herauszufahren, auch wenn die Streckenführung bzw. Fahrbahnbeschaffenheit dem eigentlich entgegenstand (vgl. dazu auch späte Ankunftszeiten in den Hotels). Zwischenstopps erfolgten teilweise an verkehrsungünstigen (hinter Kurven/Kuppen, entgegen der Fahrtrichtung…) oder an touristisch uninteressanten Punkten (Kaffeepause an der Tankstelle „irgendwo im Nirgendwo“), Tankstopps wirkten oft improvisiert (unnötiges, umständliches Anfahren der Tankstelle entgegen der Fahrtrichtung). Mir bekannte Grundregeln des Fahrens in der Gruppe wurden durch Eddy nicht befolgt (z.B. gleichmäßiges Beschleunigen nach Stopps, Einleiten von Überholvorgängen nur, wenn nicht nur jeweils ein nachfolgendes Fahrzeug folgen kann…).
Die Vielzahl der von Eddy (ohne Erwartung der Weitergabe in der Gruppe) gegebenen verschiedenen Zeichen trug (insbesondere in Verbindung mit dem chronisch vergessenen Blinker von Eddy) eher zur Verwirrung denn zur Orientierungshilfe bei. Für mich wirkte das Guiding von Eddy eher unprofessionell, das sich der Guide bei der Anreise am ersten Tag „trockenfährt“ und die Gruppe auf dem Seitenstreifen der Autobahn steht, bis das notwendige Umtanken abgeschlossen ist, war zu diesem Zeitpunkt noch ein „Schmunzler“. Dies könnten die mitfahrenden aktiven Tourguides allerdings bestimmt besser bewerten. Ich hatte schlichtweg nicht erwartet, ca. 2/3 der Strecke in Rumänien mein eigener RoadCaptain bzw. der RoadCaptain der „SlowMo-Truppe“ zu sein, bin aber durchaus stolz darauf, diese immer heil an das jeweilige Ziel gebracht zu haben, frei nach dem Leitspruch „Wir lassen niemanden zurück!“ Niemand in der Gruppe hatte bei dieser Tour erkennbar überzogene Erwartungen an die Qualität und den Service der ausgewählten Unterkünfte, die entsprechenden Hinweise in den FAQ sind recht eindeutig. Allerdings suggeriert die Aussage, dass „alle Unterkünfte von Paula & Eddy persönlich ausgewählt und getestet“ wurden, dass es sich um Unterkünfte mit einem für die landestypischen Verhältnisse angemessenen Standard handelt. Mit der expliziten, positiven Ausnahme der Unterkünfte in Voronet, in Viseu de Sus und in Surdesti war der gebotene Service mangelhaft bis ungenügend! Innerhalb der Gruppe wurde sogar der Eindruck diskutiert, dass unsere Gruppe bewusst „vernachlässigt“ wurde…
Nahezu alle oben genannten Punkte wurden während der Tour von verschiedensten Gruppenmitgliedern in verschiedenster Form gegenüber Eddy adressiert. Die Umsetzung der Kritik/Anregungen erfolgte, wenn überhaupt nur zögerlich und nicht immer transparent und konsequent. Ich habe nie zuvor von einem professionellen Reiseleiter so oft gehört „das tut mir auch weh“, „das ist uns auch peinlich“, „das tut uns auch leid“.

PERSÖNLICHES FAZIT
Wir haben mit unseren Mitfahrern interessante, liebenswerte Menschen kennengelernt, die sich vom Anfang bis zum Ende der Tour trotz aller Individualitäten sehr gut miteinander verstanden haben und prima harmoniert haben! Wir haben auf dieser Tour ein interessantes Land kennengelernt, das im Vergleich zum Rest Europas noch einen enormen Nachholbedarf hat! Wir haben mit Paula & Eddy eine Reiseleitung erlebt, die uns zwar Land & Leute in Rumänien mit viel Herzblut nähergebracht haben, uns aber als Guides für eine geführte Motorrad-Tour nicht überzeugt haben.
Daher werden wir
• Sicherlich den Kontakt zu unseren Mitfahrern halten,
• Wahrscheinlich Rumänien noch einmal besuchen,
• Wahrscheinlich keine geführte Motorrad-Tour mehr machen,
• Ganz bestimmt nicht mehr mit Eddy & Paula reisen.

Ralph

 

Lieber Ralph!

Puh, das ist ein ganz schön langes "Fazit". Was sollen wir nun machen, wenn sowas nach dem Ende der Tour kommt?


(1) Es tut uns natürlich sehr leid, dass Deine persönlichen Erwartungen offensichtlich nicht erfüllt wurden.


(2) Einen Teil Deiner Erwartungen hätten wir sicher besser erfüllen können, wenn Du sie während der Tour geäußert hättest. Jede Gruppenbesprechung hatte den Punkt "Fragen?- Wünsche? - Bedürfnisse?" Leider hast Du das nicht genutzt, sondern uns am letzten Abend lautstark an den Kopf geworfen: "Das wären für mich 12 verschenkte Tage. Und das werde ich zukünftig auch so kommunizieren!" (Deine "SloMo-Truppe hast Du am ersten Tag gegründet, warst stolz sie zu führen, sagtest Du/Ihr hättet Spaß und hast alle Angebote, Euch zu führen, abgelehnt.)


(3) Einen anderen Teil Deiner Erwartungshaltung können wir (und das Land) wohl gar nicht erfüllen. - Weißt Du, vielen sind unsere Briefings bereits zu militärisch, unsere Leitung zu bemutternd. Dir als Oberstleutnant und ehemaligem Kompaniechef, der uns ja auch darüber zu belehren wusste, wie man einen Konvoi korrekt und in der einzig möglichen Weise(nämlich der beim Bund für Militärkolonnen gelernten) zu führen hat, war es offensichtlich nicht militärisch genug.

Ebenso scheinst Du in Rumänien, immerhin einem der ärmsten Länder Europas, Hotels mit deutschen oder amerikanischen Maßstäben zu messen. Das kann nicht gut gehen. (Was wir vorab auch allen Gästen sagen und dann vor Ort auch mal selbst servieren, anstatt Gäste noch länger warten zu lassen.)

Deine Erwartungshaltung an eine Motorrad-Gruppen-Reise hast Du am letzten Abend ja klar formuliert und uns gesagt, dass sei selbstverständlich die einzig mögliche definition einer Motorrad-Gruppenreise: "Alle sollen im Konvoi das Tempo des Langsamsten fahren." Tut uns leid Ralph, aber wir versuchen den Bedürfnissen verschiedener Menschen gerecht zu werden (siehe FAQs zu Konvoi, Geschwindigkeit...).

Auch hinsichtlich der Straßenbeschaffenheit hast Du ganz eigene Erwartungshaltungen. Wir sind die 15 Kilometer Nationalstraße, auf denen Du entnervt den Tag abgebrochen hast schon mit hunderten von Bikern gefahren. Darunter viele Harleys: Dynas, Road-Kings, Street-Glides, E-Glides, sogar CVOs... Niemandem gefällt das Rüttelstück, auf dem die Löcher nur plombiert sind. Aber den Zauber, den Du veranstaltet hast („Mein Motorrad fällt auseinander! Das geht gar nicht! Ich breche sofort ab!“)... ist schon einzigartig. -


Also, was nun? - Offensichtlich hast Du etwas anderes erwartet. Das ist weder schön für Dich noch für uns. Wir fragen uns natürlich, wie Du zu Deinen unerfüllten Erwartungshaltungen kommst. Wir werden also uns selbst noch einmal kritisch hinterfragen, ob und wie wir manches vorab noch deutlicher kommunizieren können. Angesichts der Aggression, mit der Deine Kritik herauskam und angesichts dessen, dass viele Reisegäste anders empfunden haben, sehen wir Dein "Ich-habe-12-Tage-verschenkt"-Urteil (oder den doch recht absurden Vorwurf, wir hätten Dir und Deiner Frau absichtlich immer das Zimmer am Ende des Ganges gegeben) als eine sehr persönliche Wahrnehmung. Die mag vielleicht auch davon geprägt sein, dass wir Deiner - natürlich einzig richtigen - Meinung zum Umgang mit den DDR-Soldaten durch die Bundeswehr widersprochen haben, weil wir das deren pauschale Degradierung (auch als Wessis) demütigend fanden.

Nichtsdestoeweniger respektieren wir Deine Meinung natürlich
wünschen uns, dass Du das umgekehrt mit unserer auch kannstmit den besten Reisewünschen ("drum bun")
Paula & Eddy





Geschwindigkeitsbegrenzung-5-kmh-SMALL

PS:
Der Vorwurf, wir seien zwei- bis dreimal so schnell gefahren wie erlaubt, ist natürlich absurd. Innerorts sind 50 km/h erlaubt, auf Landstraßen 90-100 km/h und auf Autobahnen 130 km/h. Wir sind sicher nirgends mit 100-150 durch den Ort und auch nicht mit 300 über die Landstraße gedüst(das kann dann selbst eine Tiger nicht). Es sei denn, Du meinst die Parkplatz-Geschwindigkeitsbegrenzung auf sagenhafte 5 km/h. Da kann es tatsächlich sein, dass wir 15 km/h gefahren sind. Welch ein Vergehen!