❤️ | Liebe statt Hass

Menschlich reisen!
Wir reisen, um fremde Länder und Menschen kennen zu lernen. Offen, neugierig, respektvoll. Auf der Suche nach guten Begegnungen.
Das verträgt sich nicht mit rechtsextremen Ansichten. Eigentlich eine Binse. Leider wohl nicht mehr für jeden. In den letzten Jahren gab's immer wieder mal Stinkstiefel, die ihren Hass auch auf Tour verbreiten wollten. Die mir erklären, Afrikaner seien dumm, die weiße Rasse überlegen, die Shoa hät's nicht gegeben – oder auch, die Juden hätte man zu Recht verfolgt. Die Ausländern an allem die Schuld geben und "Heil Hitler" für eine Meinungsäußerung halten. Die in jede historische Führung reingrätschen, um ihr "Alle Politiker sind Schweine" (außer der AfD natürlich) rauszudottern. In deren Gegenwart man ständig aufpassen muss, nicht ein Thema zu streifen, das sie für ihre Hassreden kapern.
Ich. Bin. Es. Leid. – Wer sowas will, soll doch "daheim im Reich" bleiben. Ich werde jedenfalls solche Stinkstiefel nicht mehr mitnehmen. Aus guten und aus sehr persönlichen Gründen. Wen die interessieren, klickt unten auf »mehr dazu lesen« (falls es nicht schon ausgeklappt ist).
Herzlichst,
PS:
Und ja, Höcke ist ein Nazi und die AfD eine rechtsextreme Partei.
Und wer Nazis wählt, wird auch wie ein Nazi behandelt.
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❤️ LIEBE STATT HASS | Friedliche Touren
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Liebe Freunde, werte Gäste!
Heute muss ich Euch eine sehr persönliche Geschichte erzählen. Eine Geschichte, die Konsequenzen hat. ROMOTOUR wird dadurch wohl weniger Gäste haben. Aber für diese Gäste werden die Touren dadurch schöner.
Es geht um meinen Opa. Der lebte vor dem Ersten Weltkrieg als Wolgadeutscher in Russland. Im Krieg wollte er dann nicht in der zaristischen Armee gegen Deutsche kämpfen. Also floh er mit seinem Bruder Richtung Deutschland. Dort kamen beide nach dem Krieg und einer wirklich abenteuerlichen Reise an.
In der Zwischenkriegszeit lebte Opa als Geschäftsmann in Düsseldorf, heirate Oma und führte mit ihr dort ein mondänes Leben. Als Hitler 1933 an die Macht kam, sagte Opa: "Das gibt Krieg". Also gab er - sehr zum Missfallen von Oma - Geschäfte und angenehmes Stadtleben auf, kaufte auf dem Land einen Hof und wurde Bauer. "Dann haben wir und unsere fünf Kinder immer was zu essen."
Im Großen und Ganzen hat der Plan auch funktioniert. Allerdings war sein Erstgeborener schon alt genug für Hitlers Wehrmacht, wurde Kradmelder und verlor im Krieg beide Beine. Die Zweitälteste, meine Mutter, war auch schon alt genug für Hitlers Arbeitsdienst. Sie musste in der Rüstungsindustrie Waffen bauen. Am Ende des Krieges kam sie mit meiner ältesten Schwester nieder. Weil es aber im ausgebombten Wuppertal kein Penizillin gab, starb Marion noch in Kindbett an einer an sich harmlosen Infektion. Unsere Mutter hat das zeitlebens nicht verwunden. Die fröhliche, optimistische und selbstbewusste Frau, die sie mal gewesen sein muss, kenne ich nur aus Erzählungen. Und von Marion haben meine andere Schwester und ich erst nach Mutters Tod erfahren.
Man darf also sagen: Unsere Familie hat im Kleinen erlitten, was die Nazis im Großen verbrochen haben. Einen Krieg mit fast 80 Millionen Toten (darunter 13 Millionen aus irren Gründen Ermordete). Auch das eigene Land in Schutt und Asche und um viele seiner Besten beraubt. Ich sag's ganz ehrlich: Wenn jemand angesichts dessen immer noch Nazis wählt, ist er entweder dumm oder ein Drecksack. Oder ein dummer Drecksack. – Und mit Drecksäcken gehe ich nicht auf Tour.
In meinem Familien- und Freundeskreis gibt es Anhänger von Franz-Josef Strauß, Merz, Kubicki, Willy Brandt, Habeck, Baerbock und Gysi. Nicht jeden davon kann ich wählen. Aber jeden demokratisch respektieren. Wie alle Demokraten: Von Erzkonservativen über Neoliberale, Sozis, Grüne bis zu Sozialisten oder meinethalben Kommunisten. Wenn jemand die Landes-Grenzen dicht machen will, halte ich das zwar für blöde, aber eine demokratische Meinung. Ebenso, wenn jemand ausgerechnet bei den sozial Schwachen sparen will. Nur bei Nazis hört es auf: Faschismus ist halt keine Meinung, sondern ein Verbrechen.
Ich werde das künftig klar kommunizieren. Und ja, ich weiß, das wird uns Kunden kosten. Aber es lohnt sich. Auch für unsere Gäste. Wir brauchen uns dann nämlich keine dümmlichen Lobreden mehr auf "den Führer" oder miese Hassreden über die Regenbogenfahne anzuhören. Und hoffentlich auch keine Verschwörungstheorien. Nicht, dass sowas bislang auf jeder Tour vorgekommen wäre. Aber wenn es auf keiner mehr passiert, sind doch alle Touren entspannter.
In nächster Zeit wird's dazu bei mir im Blog ein paar (ernste und auch lustige) Plakate geben. Wen's stört, kann gerne "daheim im Reich" bleiben. Alle anderen, also die meisten, dürfen sich darauf und vor allem auf hassfreie und liebevolle Touren freuen.
In Liebe statt mit Hass grüßt herzlichst,
ROMOTOUR SRL
