• Butrint
    Albanisch: Butrint / Butrinti
    Altgriechisch: Βουθρωτόν / Bouthrōtón | Lateinisch: Buthrotum
    Das kleine Troja

    Eine zauberhafte Ruinen-Insel. Wie schön es hier ist fiel schon den Griechen auf. Nicht irgendwem, sondern Helenos. Als Sohn des trojanischen Königs Priamos war der zwar selbst kein "echter" Grieche, hatte sich aber nach der Flucht aus dem zerstörten Troja mit Griechen zusammengetan. Als er hier an der Küste zwischen Festland und Korfu einen Stier opferte, floh das verletzte Tier in die Lagune. So entdeckte Helenos den fischreichen See, der vom Meer nur wie eine Flussmündung aussah. Eine strategisch ideale Lage, und so gründete der Trojaner genau dort die "Stierstadt" (Bouthrōtón/Βουθρωτόν von βοûς = Stier).

    Später kam dann noch ein anderer trojanischer Prinz vorbei: Aeneas machte Zwischenstopp auf seiner Irrfahrt von Troja nach Italien, wo er später Stammvater der Römer wurde. Weshalb ihn die Römer (Vergil) auch gleich selbst die Gründung der Stadt zusprachen.

    Jedenfalls wurde die Stadt auf dem zauberhaften Eiland dank eines Äskulap-Heilzentrums bald reich und bedeutend. Und blieb es auch unter den Römern, die ihr auch Wasserleitung, Fußbodenheizungen und Badekultur spendierten.Die betrieben die Venezianer zwar nicht weiter, bauten aber eine wunderbare Burg dazu. Schließlich kam und baute auch noch Ali Pascha hier …

    Bis Schliemann es in Kleinasien entdeckte galt Butrint sogar selbst als Kandidat für das historische Troja, das Homer eben nicht erfunden, sondern beschrieben hatte.

    Heute ist die Lagunenstadt UNESCO-Welterbe und nicht nur Albaniens bedeutendste archäologische Stätte. Kaum sonst wo findet man so viele komplette, gut erhaltene griechische und römische Relikte. Und nirgends in so zauberhafter Umgebung.

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