• Vithkuq & Voskopoja
    Albanisch auch:
    Vithkuq/Vithkuqi
    Voskopojë/Voskopoja
    Im Mittelalter mächtige Städte sind die heute zauberhaften Dörfer allemal einen Abstecher Wert

    Dazu zweigen wir von der Nationalstraße auf eine – zugegeben etwas holperige – Nebenstrecke ab. Das Gerüttel nehmen wir gerne in Kauf: Denn unser Weg führt durch wunderschöne Gebirgslandschaft: Grüne Täler, waldige Hänge und schwarz glänzende Felskuppen.

    Rechts erblicken wir bald das Wasserkraftwerk von Gjanç. Und links dann den Stausee. Albanien bezieht ja den größten Teil seines Stroms aus Wasserkraft. Und hier fing das 1936 an.

    Auf 1.300 Meter Meereshöhe erreichen wir Vithkuq. Das heute kleine Dorf war einst ein Handelszentrum der Walachen (Vlachen bzw. Aromunen). Also jener Albaner, die von der thrakischen und illyrischen Urbevölkerung abstammen und nicht slawisiert wurden.

    Bevor die Stadt im 18. Jahrhundert von Feudalherren zerstört wurde, hatte sie vierzehn(!) Kirchen. Hier entwickelte der Dichter Naum Veqilharxhi das erste albanische Alphabet. Alles nett zu wisen. Noch netter, den schönen Ort einfach anzuschauen. Nachdenklich macht: Die reichen Fresken sind weitgehend erhalten, es fehlen allerdings sämtliche Ikonostasen, die wertvollen dreitürigen Wände mit Ikonen-Bildern, die in byzantinischen Kirchen den Altarraum abtrennen.

    Wenig später erreichen wir Voskopoja. Auch dieses Berg-Dorf war einst eine bedeutende Stadt. Davon zeugen auch hier breite, gepflasterte Strassen und diverse Kirchen mit reichen Fresken und ein am Berg liegendes Kloster. Eigentlich erwartet man sowas ja in der abgeschiedenen, ärmlichen Berggegend gar nicht. Ebenso wenig die mächtigen steinernen Brücken. Die konnte sich kein kleines Bergdorf leisten. Sondern nur eine reiche Handelsstadt, die auf den Verkehr mit schweren Fuhrwerken angewiesen war. Heute ist Voskopoja ist ein bequemer Abstecher ins Landleben in den Bergen des Balkans.



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