• Die Geografie Albaniens
    Das höchste Land Europas ist eines der kleinsten

    Größe


    Albanien ist eines der kleinsten Länder Europas.
    Von Nord nach Süd sind es maximal 340 und von West nach Ost maximal 140 Kilometer.

    Das Staatsgebiet umfasst knapp 30.000 Quadratkilometer (genau: 28.748 km²). Es ist somit ein Drittel größer als Hessen, entspricht etwa dem Bundesland Brandenburg und nicht ganz Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg. Oder europäisch: Etwa Belgien, drei viertel der Schweiz, gut ein drittel Österreichs und weniger als ein zehntel Deutschlands.


    Lage

    Das Weltbalkan-Land liegt gegenüber dem Absatz des Italienischen Stiefels. Die schmalste Stelle der Adria zu Italien ist die Straße von Otranto, die mit 71 km nur etwa doppelt so breit ist wie der Ärmelkanal. Die Küstenlinie Albaniens zu Adria und Ionischem Meer ist 362 km lang (etwa ein Drittel der Landesgrenzen).

    Albaniens Festlands-Nachbarn sind im Norden Montenegro und Kosovo (bzw. Serbien), im Westen Nordmazedonien und im Süden Griechenland.

    Albanien liegt nord-südlich etwa auf der Höhe Korsikas und Sardiniens oder Mittelspaniens und Portugals. Wie der ganze Mittelmeerraum liegt auch Albanien in einer tektonisch sehr aktive Region. Schwere Erdbeben gab es beispielsweise 1967, 1979 und 2019.


    Gliederung

    Albanien ist ein ausgesprochenes Bergland. 2/3 seiner Ober­fläche sind Berge und Hügel. Die mittlere Höhe beträgt gut 700 Meter. Damit ist Albanien das höchste Land Europas.

    Albaniens Bergregionen umschließen in einem großem Halbkreis eine bis zu 60 km breite Schwemmland-Ebene bis zur Küste. Sie wurde von sieben großen Flüssen gebildet: Drin, Mat, Ishem, Erzen, Shkumbin, Seman, Vjosa. Sie machen Albanien zu einem der wasserreichsten Län­der Europas. So gewinnt Albanien seinen gesamten Strom aus Wasserkraft und kann in wasserreichen Jahren sogar grünen Strom exportieren. Gleichzeitig liegen in der Ebene mächtige Öl- und Gasfelder, die großen Onshore-Vorkommen Europas.

    Im Norden wird die Ebene von den albanischen Alpen, den sogenannten "verwunschenen Bergen" (albanisch: Bjeshkët e Nemuna, serbokroatisch: Prokletije Planina) begrenzt, die bis zu 2.700 Meter hoch sind.

    Östlich der Ebene liegt das weniger schroffe zentrale albanische Bergland (albanisch: Krahina malore qendrore). Hier finden sich die wichtigsten Lagerstätten von Bodenschätzen. Auf der Grenze zu Nordmazedonien liegt Albaniens höchster Berg, der 2.754 Metern hohe Korab.

    Südlich der zentralen Ebene erstrecken sich ab der Bucht von Vlora die Kalksteinmassive des albanischen Epirus (südliches Bergland, albanisch: Krahina malore jugore) bis zum Ionischen Meer – und bilden dort die malerische Steilküste der albanischen Riviera.


    Gewässer

    Die drei größten Seen Albaniens liegen jeweils auf der Grenze zu Nachbarländern: Im Norden auf Grenze zu Montenegro der der Skutarisee (Shkodra-See), mit 368 km² größtes Binnengewässer des Balkans. Im Osten auf der Grenze zu Nordmazedonien der mit 349 km² kaum kleinere aber besonders tiefe Ohridsee als einer der ältesten Seen der Welt. Knapp südlich davon der 273 km² große Prespasee.

    Inländisch bilden Stauseen die größten Gewässer. Im Norden wird der Drin zu drei mächtigen Seen gestaut: Dem Koman-Stausee (12 km²), dem Fierza-Stausee (72 km²) und dem Vau-Deja-Stausee (24,7 km²). Hier gewinnt Albanien den größten Teil seines grünen Stroms. Weitere große Stauseen sind der Banja-Stausee (14 km²), der Wasserspeicher Thana (6 km²) und das Bovilla-Reservoir (4,6 km²).

    Außerdem gibt es in Albanien große Lagunen. Die Lagune von Karavasta ist mit 45 km² eine der größten des Mittelmeers. Gut halb so groß ist die Lagune von Narta (26 km²). Etwa ein drittel dessen umfasst der Butrintsee (16 km²) ganz im Süden des Landes.

    Albaniens größte Flüsse sind von Nord nach Süd: Drin (285 km), Fan (94 km), Mat (115 km), Ishem (79 km), Erzen (109 km), Shkumbin (181 km), Seman (85 km) mit seinem Oberlauf Devoll (zusammen 281 km), Osum (161 km), Vjosa (272 km) und Drino (85 km). Sie sind sehr wasserreich, aber nicht schiffbar. Der einzige schiffbare Fluss Albaniens ist die recht kurze Buna (44 km), die den Skutarisee mit der Adria verbindet. Der einzige naturbelassene Fluss Albaniens (und Europas) ist – noch – die Vjossa.


    Noch genauer?

    Wer's noch genauer wissen mag findet mehr im Wikipedia-Artikel zu Geografie Albaniens.



    <= zurück zur ÜBERSICHT